Die Empfehlung des BAG (Juni 2011)

Die Empfehlungen des BAG resultieren aus mehreren Arbeitsgruppentreffen der Fachvertreter der Schweizer Nuklearmedizin und Radiologie, der Vertreter aus Industrie, Medizinphysik und dem MTRA-Verband sowie des BAG. In den Konsensrunden des BAG wurden Empfehlungen erarbeitet, in welchem Maß Medizinphysiker von den Bewilligungsinhabern hinzugezogen werden müssen. Die komplette Empfehlung kann hier (siehe Schlußbericht Juni 2011) eingesehen werden.

Kurze Zusammenfassung

Bewilligungsinhaber, die folgende diagnostische Methoden anwenden, müssen einen Medizinphysiker periodisch hinzuziehen:
  • Fluoroskopie (diagnostisch, interventionell)
  • Computertomographie
  • Nuklearmedizin
Vom 1.1.2012 an muß bei Tätigkeiten in den Bereichen Interventionelle Radiologie, CT und Nuklearmedizin, ein anerkannter Medizinphysiker durch den Bewilligungsinhaber eingebunden werden. Der Medizinphysiker soll prinzipiell die Umsetzung von Strahlenschutzmaßnahmen moderieren und – wo möglich – effizient verbessern. Das betrifft die Überwachung der Strahlenexposition, die Qualitätskontrolle und die Weiterbildung des Personals. Konkret sollen folgende Arbeiten durchgeführt bzw. unterstützt werden:
  • Messungen und Dokumentation (Überwachung) der Exposition der Patienten, des Personals und der Bevölkerung
  • Dokumentation (Überwachung) der Qualitätskontrollen der Geräte
  • Verbesserter Strahlenschutz der Patienten durch Optimierung der Untersuchungsabläufe/-protokolle
  • Verbesserter Strahlenschutz der Personals durch unterstützende Unterweisung in der Bedienung der Untersuchungsgeräte
  • Aufbau eines Weiterbildungsprogramms im Strahlenschutz für das medizinische und technisches Personal.
Die Empfehlungen des BAG geben konkret Auskunft über den zu erwartenden zeitlichen Aufwand zur Umsetzung des o.g. Aufgabenkataloges. Dieser ergibt sich aus der Summe der Tätigkeiten im Bereich Qualitätskontrolle, Dosisüberwachung und Weiterbildung, und wird geschätzt in Arbeitstagen pro Jahr pro Gerät:
  • CT – 3 Tage, Fluoroskopie – 1 bis 3.4 Tage
  • Gammakamera – 2.5 Tage
  • PET System – 2.75 Tage
Für SPECT/CT und PET/CT Geräte wird die Summe der Einzelkomponenten veranschlagt:
  • SPECT/CT – 5.5 Tage
  • PET/CT – 5.75 Tage
Dabei ist zu beachten, dass die Fluoroskopie in eine Hochdosis (A) und Niedrigdosis (B) mit unterschiedlichen Zeitaufwendungen kategorisiert wird.